Ökonomische Nachhaltigkeit
Ziel:
Weder ökonomischen Ziele noch Obergrenzen für Kosten- und Zeitüberschreitungen wurden unseres Wissens nach von der Stadtverwaltung oder der Ratsversammlung für die Stadtbahn beschlossen oder diskutiert.
Laut Auskunft der Kieler Stadtverwaltung wird die Stadtbahn nur gebaut, wenn Bund und Land diese fördern. Vereinfacht gesagt muß dafür laut GVFG und dazu vorgeschriebener "Standardisierte Bewertung" der gesamtwirtschaftliche Nutzen der Stadtbahn langfristig höher sein als die Kosten, bzw. der Nutzen-Kosten-Indikator (NKI) muß >1 sein.
Was sind die Fakten?
- Auch wenn die Stadtbahn maximal gefördert wird, muß Kiel 50% der Investitionskosten selber tragen.. Hier die Fakten.
- Es kann mit einer deutlichen Verlängerung der Bauzeit und einer Verdoppelung der Kosten gerechnet werden. Hier die Fakten.
- Nach nur etwas mehr als zwei Jahren sind für die IBS1 "im Vergleich zur Trassenstudie Kostensteigerungen um insgesamt 24 Prozent zu verzeichnen" (Stadt Kiel, Drucksache 0206/2026).
- Der NKI ist mit 1,37 schöngerechnet und umfasst wesentliche Einflussgrößen nicht, wie die folgende .PDF zeigt.
Fazit:
Ohne ökonomische Zielvorgaben mit definierten Grenzen ist eine weitere Kosten- und Zeitüberschreitung der Stadtbahn unausweichlich, wie wir es anhand bisheriger Projekte in Kiel bereits kennen. Der schöngerechnete NKI und die bereits erfolgten Kostenerhöhungen zeigen den Trend bereits jetzt.
Worüber die Stadtverwaltung lieber nicht diskutieren möchte:
- Voraussetzung für den Baubeginn der Stadtbahn sollte laut Stadtverwaltung ein ausgeglichener Ergebnishaushalt 2028 sein. Der Haushaltsplan 2026 prognostiziert nun für 2028 bereits ein Defizit von 61,8 Mio.€ aus.
- Bereits 2024 befürchtete das Tiefbauamt aufgrund der Verlegung unterirdischer Leitungen zusätzliche Kosten von 600 Millionen Euro und eine zehnjährige Bauzeitverlängerung (siehe Seite 39 der angehängten Diplomarbeit). Im Januar 2026 berichtete die Verkehrsdezernentin Alke Voß in den Kieler Nachrichten von einem Sanierungsstau bei den unterirdischen Leitungen in Kiel in Höhe von einer Milliarde Euro. Für die IBS 1 sind jedoch nur knapp 57 Millionen Euro vorgesehen. Peter Bender, der Leiter des Tiefbauamts, erklärte auf einer IHK-Veranstaltung am 13. Januar 2026, dass es im Einschichtbetrieb ein Jahr dauert, um nur 700 m unterirdische Leitungen zu sanieren. Über die Verzögerungen durch Leitungssanierungen entlang der 12,5 km langen IBS1-Strecke kann die Stadt noch keine Auskunft geben.